Ansprache Friedenskundgebung 2. April, 13.30 Uhr in Bern!

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Friede sei mit Euch !
Shalom alejchem,
Salam aleikoum

Ich begrüsse Euch als Pr.sidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz im Namen des Schweizerischen Rates der Religionen Bienvenue! (ласкаво просимо) Laskavo prosymo
Frieden ist die Sehnsucht aller Menschen.
Frieden auf Erden ist ein Ziel, das alle Religionen vereint.

Die Wirklichkeit ist eine andere. Sie spottet allzu häufig dieser Friedenssehnsucht
– im alltäglich Kleinen und in der grausamen kriegerischen Gewalt im Grossen.

Friede fällt nicht vom Himmel. Er muss mit Kraft, Mut und Hingabe erarbeitet, erhalten und verteidigt werden. Täglich. Überall. Von uns allen.

1959 schenkte die damalige Sowjetunion der UNO eine Statue des aus der Ukraine stammenden Bildhauers Jewgeni Wutschetitsch. Sie stellt einen Mann dar, der sein Schwert zu einem Pflug umschweisst.

Die Statue bezieht sich auf eine der bekanntesten biblischen Visionen vom Frieden:
Wir können sie beim Propheten Jesaja lesen. (Jesaja 2,4)

«Und Gott wird für Recht sorgen zwischen den Nationen und vielen Völkern Recht sprechen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Keine Nation wird gegen eine andere das Schwert erheben, und das Kriegshandwerk werden sie nicht mehr lernen.»

Mit dieser Statue wies die damalige Sowjetunion die UNO auf ihre übergeordnete Aufgabe der Friedensfördrung hin. Sie steht bis heute im Garten der UNO in New York.

Heute appellieren wir deshalb an den Präsidenten der Russischen Föderation, Vladimir Putin: Nehmen Sie die prophetische Geste der damaligen sowjetischen Regierung zum Vorbild! Es steht in Ihrer Verantwortung und Möglichkeit, dass die Waffen niedergelegt und die Felder in der Ukraine und in Russland wieder gepflügt und besät werden können.
Wir appellieren an den Patriarchen von Moskau, Ihre Eminenz Kyrill II: Nehmen Sie Ihre Autorität wahr und setzen Sie sich beim dafür ein, dass unser prophetisches Erbe lebendig bleibt.   Nehmen Sie Ihre theologische Verantwortung wahr. Zeigen Sie Ihrem Präsidenten auf, dass es keine christliche Legitimation für diesen Krieg gibt.

Innerhalb unserer Kirchen und Religionsgemeinschaften in der Schweiz, in der Ukraine, in Russland und auf der ganzen Welt gibt es viele Menschen, die sich als Friedensstifterinnen und Friedensstifter verstehen und betätigen. Wir sind verantwortlich, den Weg von Desmond Tutu, Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Shimon Peres, Malala Yousafzsai, Sophie Scholl  und vielen anderen weiterzugehen.

Als Führungspersönlichkeiten von Kirchen und Religionsgemeinschaften in der Schweiz setzen wir uns dafür ein, dass Religionen nicht weiter von Aggressoren missbraucht werden um Kriege zu rechtfertigen.

Wir stehen hinter der Aussage des ukrainischen Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften. Er äusserte sich am 24. Februar wie folgt:
„Wir halten es für eine gemeinsame Pflicht der Gläubigen, den Krieg zu stoppen, bevor es zu spät ist. […] Ein Angriffskrieg ist ein großes Verbrechen gegen den Allmächtigen Gott.“

Die Aussage des Metropoliten der russisch-orthodoxen Kirche in der Ukraine stimmt uns zuversichtlich. Er fordert Präsident Putin auf „…den Bruderkrieg sofort zu beenden…. Für einen solchen Krieg gibt es keine Rechtfertigung, weder vor Gott, noch vor den Menschen.“

Wir alle, die wir heute hier versammelt sind, verstehen uns als Werkzeuge des Friedens.
Werkzeuge, die Schwerter zu Pflugscharen schmieden.
Denn wir wissen und erfahren es täglich schmerzhaft: Noch ist kein Friede auf Erden.

Aber wir verlieren die Hoffnung nicht. Wir geben nicht auf. Wir wirken dort, wo wir können, für Friede und Gerechtigkeit.
Das bedeutet auch, all jene die vor Krieg und Verfolgung fliehen und in unserem Land Zuflucht suchen, zu unterstützen.

The refugees who arrive in our country because of persecution and threath on body and live are warmly welcome.

Laskavo prosymo!
Bienvenu!

We will do our best, to make you feel welcome and to give you the support you need.

And together with you, we pray for all those left behind: friends, fathers, mothers, children, husbands, grandparents.

Together, we shall overcome and we shall live in peace!

Pfarrerin Rita Famos, Präsidentin Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz
im Namen des Schweizerischen Rates der Religionen


 

Ein Logo für den Rat der Religionen.

Sven Weber | Ausbildungsleiter Grafik Fachklasse | Schule für Gestaltung Bern und Biel

Ausgangslage

Der Schweizerische Rat der Religionen möchte ab diesem Jahr mit einer neuen, prägnanteren Erscheinung wahrgenommen werden. Es wurde bewusst eine Zusammenarbeit mit jungen Lernenden gesucht.

Das 3. Lehrjahr der Grafiker*innen (Vollzeitausbildung Grafiker*in EFZ) der Schule für Gestaltung Bern und Biel hat während vier Tagen an Entwürfen gearbeitet.

Am Projekt waren 18 Lernende beteiligt.

Inhaltliche Vorgaben für die Lernenden

Konfessionell neutral, keine Religion soll herausstechen. Auf konkrete religiöse Symbole soll verzichtet werden. Der Rat soll als schweizweit tätiges Gremium wahrgenommen werden.

Personalisierende Elemente (z.B. Gesichter) sind zu vermeiden.

Formale Vorgaben für die Lernenden

Muss zwingend schwarzweiss funktionieren, Farbeinsatz als spätere Option. Textzeile dreisprachig, als Variante auch einsprachig oder als Abkürzung möglich. Als Zeichen kombiniert mit Schrift, jedoch auch als rein typografische Lösung möglich.

Keine typografischen Vorgaben, freie Schriftwahl.

Eine anspruchsvolle Aufgabe

Eine zuvor weitgehend unbekannte Institution für die jungen Lernenden. Religiöse Themen in der Ausbildung kaum wahrnehmbar. Verzicht auf religiöse Symbole. Übergeordneter Anspruch der neuen Erscheinung.

Unser Fazit nach dem Projekt

Die Lernenden haben sich gut auf das anspruchsvolle Thema eingelassen. Das «Symbolverbot» hat sie nicht eingeschränkt. Im Gegenteil sind dadurch innovative und eigenständige Lösungen entstanden.

Das Vorgehen bei der Auswahl

Eine Delegation des Rats der Religionen (Herr Dr. Afshar, Herr Dr. Manoukian und Bischof Dr. Rein) hat zusammen mit den beteiligten Fachlehrpersonen der Schule für Gestaltung eine Vorauswahl getroffen.

Der versammelte Rat mit Vertretung aller Religionen wählte an seiner Sitzung vom 5. März 2020 aus den verbleibenden sechs Vorschlägen die Ränge 1 bis 3 aus, die prämiert werden.

Der 1. Rang wird als neues Logo des Schweizerischen Rats der Religionen umgesetzt.

Aktuell

Der Schweizerische Rat der Religionen ruft anlässlich des Flüchtlingssonntags zur Solidarität mit vertriebenen Mitmenschen auf.

zerbrochenes Flüchtlingsboot
© Unsplash, Christopher Eden

Weltweit sind mehr als 100 Millionen Menschen auf der Flucht. Sie fliehen vor Krieg und Verfolgung oder suchen bessere Lebensbedingungen für sich und ihre Familien. Viele setzen dabei ihr Leben aufs Spiel. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe: in Seenot, in Flüchtlings­lagern, bei der Integration in unserer Nachbarschaft.     mehr lesen…

Der SCR unterstützt die Friedenskundgebung am 2. April, 13.30 Uhr, Schützenmatte – Bern

Der Schweizerische Rat der Religionen (SCR) verurteilt den russischen Angriff auf die Ukraine. Der Krieg und das unermessliche Leid der Menschen in der Ukraine und von Millionen Flüchtlingen dauern an. Das Blut, das in der Ukraine vergossen wird, schreit zum Himmel. Es kommt auf uns an, den leidenden Menschen in der Ukraine, den verängstigten und verunsicherten Flüchtlingen in der Schweiz und in unseren Nachbarländern, unsere Solidarität zu zeigen. Es kommt auf uns an, den Menschen in Russland, die sich gegen den Krieg stellen, unsere Achtung zu bezeugen. Deshalb unterstützt der Schweizerische Rat der Religionen die Friedens­kundgebung, die am 2. April 2022, um 13.30 Uhr in der Schützenmatte Bern stattfinden wird. mehr lesen…